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Barcelona: ein geschichtlicher ÜberblickEinleitung
Barcelona wurde zwischen zwei Flüssen an der Küste des Mittelmeers vor mehr als 2000 Jahren gegründet. Barcelona befindet sich im Nord-Osten der iberischen Halbinsel, nahe der französischen Grenze. Römer, Araber, sowie Christen haben Barcelona über die Jahrhunderte hinweg ständig beeinflusst. Spuren dieser bewegten Vergangenheit und dem aufeinandertreffen unterschiedlichster Kulturen können in der gesamten Stadt wiedergefunden werden. Vom gothischen Viertel mit Resten römischer Ruinen, bis hin zum modernen Stadttteil Eixample mit Gaudís fantasievollen Gebäuden: Barcelona ist eine Stadt voller Kontraste die es zu entdecken gilt.
Katalonien
Lange Zeit des eigenen Staates beraubt, erinnern sich die Katalanen zutiefst emotional an ihr goldenes Zeitalter. Damals, im 13. und 14. Jahrhundert, war das katalanische Reich eine Grossmacht im Mittelmeerraum und die Barcelonenser beherrschten den Seehandel. Vom Selbstbewusstsein und Wohlstand jener expansiven Ära zeugt das Barri Gotic, das mit der Pracht und Vielzahl seiner mittelalterlichen Bauten einzigartig in Europa ist.
Der Stadtteil Eixample
Mitte des 19 Jahrhunderts platzte Barcelona aus dem Korsett seiner mittelalterlichen Wehrmauer. Man plante die Stadterweiterung (auf katalan: eixample, auf spanisch: ensanche) nach dem Entwurf des Ingenieurs Ildefons Cerdà. 1860 begann der Bau des Eixamples. Das geradlinige Raster erkennt man auch heute noch. Cerdàs Plan gliederte die Gesamtfläche von 9 km2 schachbrettartig in 550 Baublöcke, ebenmässig durchzogen von Strassen und drei grossen Boulevards. Alle Blöcke sollten Frei- und Grünflächen besitzen, einige als Park völlig frei bleiben. Dies blieb jedoch nur ein Traum: Alle Blöcke wurden dicht bebaut mit Häusern, die auch noch weit höher sind als von Cerdà vorgesehen. Gleichwohl liefert die Eixample ein Beispiel sozialutopischer Städteplanung.
Anarchie in Spain
Spanien ist das einzige Land der Welt in dem die Anarchie als Gesellschaftsmodell breite Unterstützung fand. In Andalusien sprach sie besitzlosen Landarbeiter an; in Katalonien im späten 19. Jahrhundert die ausgebeuteten, von der Kirche sowie von konventionellen Politikern enttäuschten Industriearbeiter. Der Fanatismus glich in seiner Intensität stark dem relifiösen Eifer, den die Anarchie ablehnte – in Barcelona gipfelte er in Bombenanschlägen auf Bischöfe, Militärs und Geldadel. Das spektakulärste Attentat verübte Santiago Salvador im Opernhaus Liceu: bei einer Vorführung von Rossinis Wilhelm Tell zündete er zwei Sprengkörper, die 22 Zuschauer auf den teuersten Rängen töteten.
Barcelona im Überblick
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27 v. Chr. – 14 n. Chr.
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Unter Kaiser Augustus ensteht die Römerkolonie Barcino |
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Spätes 3. frühes 4 Jh. |
Als Abwehr gegen die Franken und Alemannen wird die Stadtmauer errichtet |
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415 |
Westgoten gründen das Königreich Tolosa (Toulouse), aus dem Katalonien hervorgeht |
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717 |
Araber nehmen Barcelona (Barjelunah) ein |
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801 |
Franken gliedern Barcelona dem Reich Karl des Grossen an |
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876 |
Guifré el Pilós (Wilfredo I., der Behaarte) regiert die fränkische Grafschaft südlich der Pyrenäen |
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1131-1162 |
Vereinigung der Grafschaften Barcelona / Katalonien und Aragón unter Ramón Berenguer IV. Barcelona steigt zur Handelsmacht auf |
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1213-1276 |
1213-1276 Jaume I. Entreisst Valencia, Ibiza und Mallorca den Mauren. Die expandierende Stadt zieht neue Mauern |
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1354 |
Kataloniens Legislativrat (Corts Catalans) gründet zur Finanzkontrolle die Generalitat. |
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1410 |
Martí I., letzter König des Hauses Barcelona, stirbt erbenlos. Katalonien wird zunehmend bevormundet von Madrid, das lieber in Übersee-Expeditionen als den stagnierenden Mittelmeerhandel investiert. |
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1462-1473 |
Katalanischer Bürgerkrieg, ökonomischer Abstieg. |
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1640 |
Aufstand des Els Segadors (Schnitter) gegen Kastilien. |
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1714 |
Französische und spanische Truppen erobern im Spanischen Erbfolgekrieg Barcelona. Katalonien wird spanische Provinz, die Zitadelle Symbol bourbonischer Gewalt. |
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1813 |
Napoleons Truppen ziehen ab. Die Textilindustrie fördert Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. |
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1859 |
Cerdàs Entwurf der Eixample, der Stadterweiterung ausserhalb der Mauern wird angenommen. |
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1888 |
Die Weltausstellung zieht 2 Mio. Besucher an. |
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Spätes 19. / frühes 20. Jh. |
Verschönerung des Eixamples mit Modernisme-Bauten. |
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1909 |
Setmana Tràgica (Tragische Woche): Kirchen und Klöster brennen. |
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1914-1918 |
Spaniens Neutralität im I. Weltkrieg kurbelt Barcelonas Wirtschaft an. |
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1929 |
Weltausstellung am herausgeputzten Montjüic. |
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1931 |
Alfonso XIII. Geht ins Exil. Die Republik wird ausgerufen, Katalonien autonome Region. |
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1936 |
Arbeiter schlagen eine vom nationalistischen General Franko angeführte Militärrevolte nieder. Zwist zwischen Kommunisten und Anarchisten schwächt den Franco-Widerstand. |
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1939 |
Einzug der Franko-Nationalisten mit nachfolgender Unterdrückung von Kultur und Sprache der Katalanen und witschaftlichem Niedergang, Spanien bleibt im II. Weltkrieg neutral. |
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1977 |
Die nach Francos Tod 1975 wieder eingeführte Monarchie unter Juan Carlos I. erlaubt die Wiedereinsetzung der Generalitat als provisorische, später reguläre Regierung der autonomen Region Katalonien. |
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1992 |
Die Olympischen Spiele läuten nach einem Jahrzehnt bürgerfreundlicher Verbesserungen Barcelonas Comeback als Weltstadt ein. |
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2003 |
Barcelona entpuppt sich als eine der attraktivsten und dynamischsten Weltstädte und zieht jedes Jahr tausende von Touristen an.
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